AI crawling im Jahr 2026: wie LLM-Bots deine Website wirklich treffen – und was du dagegen tun kannst
Was ai crawling ist
Ai crawling ist ein Sammelbegriff für automatisierte Web-Anfragen, die von Systemen rund um generative KI und KI-gestützte Suche ausgehen. Vereinfacht gesagt: Bots rufen deine Seiten ab, lesen das HTML, extrahieren Text (manchmal auch strukturierte Daten) und nutzen das Ergebnis für unterschiedliche Zwecke – Training, Indexierung, Retrieval für Antworten oder “Live”-Abrufe, wenn ein Nutzer eine KI nach einer bestimmten URL fragt.
Das ist nicht identisch mit klassischem Suchmaschinen-Crawling. Es gibt Überschneidungen, aber KI-Crawler haben oft andere User-Agents, andere Zugriffsmuster und andere wirtschaftliche Anreize.
Warum das plötzlich so wichtig ist
Ai crawling ist in kurzer Zeit zu einem echten Thema geworden, weil drei Dinge zusammenkommen:
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Kosten und Performance-Risiken: Hohe Bot-Last frisst Bandbreite, erhöht Cache-Miss-Raten und triggert teure dynamische Renderings – besonders bei WordPress/CMS.
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Wertabschöpfung von Inhalten: Inhalte werden in KI-Antworten zusammengefasst und “verwertet”, ohne dass das gleiche Klickverhalten entsteht wie bei klassischen Suchergebnissen.
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Kontrollbedarf: Publisher wollen feinere Optionen als “alles blocken” oder “alles erlauben”, und sie wollen Durchsetzungsmöglichkeiten jenseits von höflicher robots.txt-Compliance.
Für werbefinanzierte Websites ist das besonders kritisch: mehr Last, aber nicht zwingend mehr Pageviews.
Welche typen von ai crawling du in der praxis siehst
Training-Crawler
Diese sammeln große Mengen öffentlich zugänglicher Inhalte für Modell-Entwicklung. Typisch sind breitflächige Crawls: viele URLs, schnelle Discovery über Sitemaps, wiederholtes Sampling.
KI-Suche und Indexierung
KI-Suchprodukte bauen Indizes auf, um Inhalte zitieren, verlinken oder korrekt zusammenfassen zu können. Solche Crawler fokussieren oft auf “signalstarke” Seiten und revisiten aktualisierte Inhalte.
Nutzergetriggertes retrieval
Hier ruft ein Assistant Seiten ab, weil ein Nutzer es auslöst (“öffne diese URL und fasse zusammen”). Der Traffic ist häufig bursty und konzentriert sich auf bestimmte Seiten.
Hybride Muster
Einige Anbieter betreiben mehrere Bots oder schalten Modi um. In Logfiles wirkt das ohne Zuordnung von User-Agents und Mustern schnell “inkonsistent”.
User agents, spoofing und warum du nicht blind vertrauen solltest
In der Praxis identifizierst du KI-Crawler meistens über User-Agent-Strings (und manchmal über veröffentlichte IP-Ranges). Dazu kommen öffentliche Dataset-Crawler, die ebenfalls großflächig unterwegs sind.
Zwei Realitäten:
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User-Agents sind trivial zu fälschen. Wer nur nach UA blockt, stoppt die Höflichen – aber nicht die Hartnäckigen.
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Verified vs. unverified ist entscheidend. Viele CDN/WAF-Stacks können “verifizierte” Bots erkennen. Alles andere musst du über Verhalten, Rate, Pfade, Header-Fingerprints und Reputation bewerten.
Kurz: Identifikation ist “Layering”: User-Agent + IP/Verification/Reputation + Verhaltensanalyse.
Robots.txt: was es kann – und was nicht
robots.txt ist eine Crawl-Steuerung, keine Zugriffskontrolle.
Es kann:
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Last reduzieren, indem es höfliche Bots von teuren Pfaden fernhält
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Inhaltszonen trennen (Allow /kb/, Disallow /private/)
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Crawl-Hinweise geben, die viele Bots respektieren
Es kann nicht:
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Inhalte absichern (ein geblockter Pfad kann trotzdem abgerufen werden)
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Scraping verhindern, wenn der Bot die Regeln ignoriert
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Authentifizierung, Paywalls oder Authorisierung ersetzen
Wenn du “hart” kontrollieren willst, ist robots.txt nur die erste Schicht.
Meta robots und X-Robots-Tag: die unterschätzte feinarbeit
Während robots.txt pfadbasiert ist, wirken Meta-Robots und X-Robots-Tag dokumentbasiert.
Use Cases:
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Bestimmte Seiten nicht im Index erscheinen lassen, ohne sie komplett zu blocken
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Thin Pages (Tags, interne Suche) aus dem Index halten
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Vorschauen/Snippets in manchen Ökosystemen begrenzen
Wichtige Nuance: Wenn du einen Bot in robots.txt blockst, kommt er ggf. nie zur Seite und sieht deine Meta-Direktiven nicht. Entweder Fetch erlauben → Meta durchsetzen oder Fetch komplett sperren – je nach Ziel.
Typische robots.txt-strategien gegen ai crawling
Die folgenden Muster sind Vorlagen. Ersetze Bot-Namen durch die User-Agents, die du wirklich in deinen Logs siehst.
Strategie 1: KI-Suche erlauben, Training blocken
Ziel: Zitate/Links in KI-Suche, aber weniger Trainings-Extraktion.
Strategie 2: KI-Crawling weitgehend blocken
Ziel: Breit opt-out (Compliance abhängig vom Bot).
Strategie 3: Nur ein “sicheres” verzeichnis zulassen
Ziel: Eine Knowledge-Base erlauben, den Rest nicht.
Strategie 4: Teure endpoints schützen
Ziel: Bots aus dynamischen/anfälligen Bereichen rausnehmen.
Achtung: Manche Integrationen brauchen wp-json. Wenn du darauf angewiesen bist, lieber limitieren statt blind blocken.
Waf, rate limiting und bot management: wo echte kontrolle beginnt
Wenn Bots nicht “nett” sind, brauchst du Enforcement am Edge.
Rate limiting
Setze Schwellwerte wie:
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Max Requests pro Minute pro IP
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Strengere Limits für teure Pfade (Search, wp-json, ajax)
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Burst-Kontrolle (kurze Peaks) plus Sustained-Kontrolle (lange Zeitfenster)
Challenge-mechanismen
Für verdächtigen Traffic:
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JavaScript-Challenge
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Managed Challenge
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Token-basierter Zugriff für sensitive Endpoints
Aber: zu breit eingesetzt kann das echte Nutzer stören. Zielgerichtete Regeln schlagen globale Hürden.
Bot scoring und reputation
Viele CDN/WAF-Stacks liefern:
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Known-Bot Allowlists
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Verified-Bot Klassifizierung
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Bot-Score Signale
Das hilft, echte Provider-Bots von Spoofing zu trennen.
WordPress-spezifische schmerzpunkte und fixes
WordPress wird teuer, wenn Cache und Origin-Schutz nicht sauber sind.
1) HTML caching für anonyme nutzer
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HTML für Guests cachen
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Query-Strings nicht unnötig in Cache-Keys aufnehmen
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Personalisierung vermeiden, die Cache sprengt
2) Dynamische endpoints absichern
Hotspots:
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/wp-admin/admin-ajax.php -
/wp-json/ -
interne Suche (
/?s=)
Hier greifen: strenge Limits, Block-Regeln für Unknown Bots, ggf. separate WAF-Policies.
3) Sitemaps nicht zum DoS-Booster machen
Bots starten oft bei:
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/robots.txt -
/sitemap.xml -
/post-sitemap.xml
Stelle sicher, dass diese Dateien schnell und gecacht sind. Dynamisch generierte, langsame Sitemaps sind ein Klassiker.
Allow, limit oder block: die entscheidung sollte wirtschaftlich sein
Allow (mit guardrails), wenn:
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messbarer Referral-Traffic aus KI/AI-Search kommt
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Zitate/Brand-Discovery wichtig sind
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deine Seiten pro Request günstig auslieferbar sind (Cache)
Limit, wenn:
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Bots Last machen, du aber Sichtbarkeit testen willst
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du “commodity” vs “premium” Seiten trennen kannst
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du erst Daten sammeln willst
Block, wenn:
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dein Modell stark auf Pageviews/Sitzungsdauer basiert
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du in deinem Thema “Antwort ohne Klick” häufig siehst
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Infra-Kosten und Performance-Risiken überwiegen
Viele fahren gut mit: AI-Search zulassen, Training blocken, Unknown Bots hart limitieren.
So erkennst du ai crawling in logs: die praxis-checkliste
Verhalten
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schnelles Traversieren vieler URLs, kaum Asset-Fetch (CSS/JS/Images)
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wiederholte Abrufe von robots.txt und Sitemaps
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hohe 404-Rate durch naive Discovery
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untypische Header-Sets und Timing-Muster
Request-fingerprint hinweise
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oft keine Cookies
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wenige sekundäre Requests (Assets) im Vergleich zu echten Browsern
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gleichmäßige Intervalle oder auffällige Bursts
Der “spoof test”
Wenn jemand behauptet, ein großer Bot zu sein, aber aus zufälligen Hosting-Ranges kommt und sich wie ein Scraper verhält, behandle ihn wie einen Scraper. Der Name im User-Agent ist kein Beweis.
Ein robustes kontrollkonzept, das du sofort umsetzen kannst
Schritt 1: Bot-Traffic kartieren
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7–14 Tage Access-Logs exportieren
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nach User-Agent gruppieren
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Kennzahlen: Requests, Bandbreite, Cache-Hit-Rate, Top-Paths, 404-Rate, Median-Response-Time
Schritt 2: In buckets klassifizieren
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Verified Search Bots (behalten)
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Verified AI-Search Bots (bewerten)
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Training/Public-Dataset Bots (meist blocken/limitieren)
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Unknown Bots (aggressiv limitieren)
Schritt 3: Teure flächen zuerst schützen
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Search-Endpoints
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APIs
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dynamische Seiten ohne Cache
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Seiten mit hoher DB-Last
Schritt 4: Policy-layers kombinieren
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robots.txt für höfliche Compliance
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WAF-Regeln für Durchsetzung
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Rate Limits für Lastkontrolle
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Cache-Fixes zur Senkung der Grenzkosten
Schritt 5: Wöchentlich messen
Tracke:
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Origin-Requests und Serverlast
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Cache Hit Ratio
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Peak-Events von Unknown Bots
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TTFB/LCP Stabilität
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Revenue pro 1.000 Sessions
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Referral-Traffic aus KI/AI-Search (falls vorhanden)
Fortgeschrittene taktiken für publisher
“Crawler-friendly” auslieferung, die günstig ist
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vorgerendertes HTML für Guests
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nicht essenzielle Widgets für Bots reduzieren (Achtung: keine “materiell andere” Version für Suchmaschinen ausspielen)
Content zoning
Premium-Assets hinter:
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Login
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Subscription
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Token-Zugriff
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Signed URLs
Struktur für korrektere zusammenfassungen
Wenn du Zugang erlaubst, erhöhe Genauigkeit durch:
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saubere Überschriften
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FAQ-Blöcke
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Tabellen mit Labels
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Definitionen und Schritt-für-Schritt Abschnitte
Das hilft SEO und reduziert Fehlinterpretation in AI-Antworten.
Häufige fehler, die dir auf die füße fallen
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Alles blocken (inkl. legitimer Search Bots) und dann organische Einbrüche erleben
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Nur robots.txt nutzen, während Scraper die Regeln ignorieren
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Kein HTML-Caching: jeder Bot-Hit wird zu PHP+DB
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Zu breite Challenges, die echte Nutzer stören oder Ads beeinflussen
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Query-String Explosion, die unendliche Crawl-Spaces erzeugt
Eine praktische robots.txt-vorlage als startpunkt
Konservativ für viele WordPress-Setups – danach anhand deiner Nutzung anpassen:
Wenn du wp-json öffentlich brauchst, dann lieber rate-limit statt disallow.
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