Beste SDR-software für Windows 2026
Software Defined Radio (SDR) hat die Art und Weise grundlegend verändert, wie Funkamateure, Hobbyisten und Profis das RF-Spektrum erkunden. Statt sich ausschließlich auf Hardware zu verlassen, verlagert SDR große Teile der Signalverarbeitung in Software. Dadurch kannst du Funktionen nachrüsten, Demodulatoren wechseln, Roh-IQ aufzeichnen, Decoder einsetzen und Workflows bauen, die mit klassischen Empfängern kaum möglich wären.
In diesem aktualisierten 2026-Guide findest du die beliebtesten SDR-Programme für Windows, ihre Stärken und Grenzen, unterstützte Hardware, saubere Installationstipps sowie fortgeschrittene Einsatzszenarien – von HF-DX bis Remote-Betrieb.
Was ist SDR und warum software entscheidend ist
Bei einem SDR-Setup arbeitet die Hardware vor allem als HF-Frontend: Sie stimmt die Frequenz ab, sampelt das Signal und liefert einen IQ-Datenstrom (In-Phase und Quadratur). Die Software übernimmt anschließend den Großteil der Verarbeitung:
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Abstimmung und Filterung (digitales IF, Passband-Shaping, Notch-Filter)
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Demodulation (AM, NFM/WFM, SSB, CW sowie zahlreiche digitale Signale)
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Visualisierung (FFT-Spektrum, Waterfall, Wideband-Scanning)
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Aufzeichnung (Audio und vollständige IQ-Aufnahmen für „Time-Shift-Radio“)
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Dekodierung (ADS-B, AIS, ACARS, Paging, Trunking, Satelliten-Telemetrie)
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Automatisierung (Band-Scanner, Squelch-Recording, Remote-Control, Streaming)
Die Wahl der SDR-Software beeinflusst Stabilität, CPU-Last, Waterfall-Flüssigkeit, Audioqualität, verfügbare Decoder und die Reibung bei Updates und Plugins.
Typische SDR-hardware für Windows
Die meisten Windows-SDR-Programme unterstützen eine Mischung dieser Geräte – teils mit unterschiedlichen Treiber-Stacks:
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RTL-SDR-Dongles (R820T2 und Varianten)
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Airspy-Empfänger (R2, Mini, HF+-Serie)
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HackRF One
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SDRplay RSP-Empfänger
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LimeSDR (USB/Mini)
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ADALM-Pluto (PlutoSDR)
Top SDR-software für Windows 2026
1) SDR# (SDRSharp)
Am besten für: schnelles Alltags-Monitoring, Plugins, „klassischer Windows-SDR“-Workflow
Unterstützte Geräte: RTL-SDR, Airspy, HackRF, SDRplay (häufig über Bridge/Plugins je nach Setup)
SDR# ist für viele Windows-User die Standardwahl: schnelle Einrichtung, reaktionsfreudige Oberfläche und ein riesiges Plugin-Ökosystem. Wenn du Features wie Noise Reduction, Scheduler, Scanner, Audio-Processing oder spezielle Decoder nachrüsten möchtest, ist SDR# oft der einfachste Einstieg.
Stärken
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Sehr flüssiges Spektrum/Waterfall-Rendering
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Große Community und viele Plugins
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Gutes „Receiver-Feeling“, besonders für VHF/UHF
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Meist unkompliziert für gängige Dongles
Achte darauf
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Manche Geräte werden indirekt (Bridge/Plugin) eingebunden
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Plugin-Kompatibilität kann sich zwischen Versionen ändern
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Ein unsauberer Windows-Treiberzustand kann alles ausbremsen
2) HDSDR
Am besten für: HF/Kurzwelle, lange Hörsessions, Recording & Playback
Unterstützte Geräte: RTL-SDR, Airspy, Funcube sowie soundcard-basierte SDR-Frontends
HDSDR ist bei HF-Hörern beliebt, weil es sich wie ein „klassischer“ Empfänger anfühlt, dabei aber solide DSP-Funktionen mitbringt. Es ist ressourcenschonend, stabil und besonders stark, wenn du zuverlässig aufnehmen, wiedergeben und präzise durch Bänder navigieren willst (DX, Utility-Monitoring).
Stärken
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Geringe CPU-Last, sehr stabil im Dauerbetrieb
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Starke Aufnahme-/Wiedergabe-Funktionen
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„Radio-artige“ Bedienung (AGC, Bandbreite, Modi)
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Sehr gut für Kurzwelle und Utilities
Achte darauf
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Die UI ist bewusst „old-school“
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Moderne Digital-Workflows laufen oft mit externen Tools/Decodern
3) SDRangel
Am besten für: fortgeschrittene Experimente, Multi-Channel-Projekte, komplexe DSP-Ketten
Unterstützte Geräte: große Auswahl, u. a. LimeSDR, PlutoSDR, HackRF und weitere
SDRangel ist modular: Du baust Signalwege aus Channels und Features. Das macht es stark für Experimente – zum Beispiel mehrere Demodulatoren parallel, tiefere DSP-Kontrolle, Multi-Device-Setups oder Workflows mit TX-fähiger Hardware (wo rechtlich zulässig).
Stärken
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Leistungsfähige modulare Architektur
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Multi-Channel/Multi-Device als Kernkompetenz
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Ideal für Experimentierer mit Bedarf an tiefer Kontrolle
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Cross-Platform-Wurzeln, Windows-Builds verfügbar
Achte darauf
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Steilere Lernkurve als „einfach nur hören“-Apps
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Sample-Rates, Decimation, Gain-Staging und DSP-Grundlagen helfen enorm
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Man kann sich schnell im Setup verlieren
4) CubicSDR
Am besten für: Einsteiger, saubere UI, Cross-Platform-Gewohnheit
Unterstützte Geräte: RTL-SDR, HackRF, Airspy, SDRplay (je nach Build/API-Layer)
CubicSDR wird oft als erstes SDR-Programm empfohlen, weil es eine klare, reduzierte Oberfläche und einen leicht verständlichen Workflow bietet. Für „Tunen und Hören“ ist es hervorragend, und auch als täglicher Begleiter ist es stark, wenn du kein plugin-lastiges Umfeld brauchst.
Stärken
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Einsteigerfreundlich, übersichtlich
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Einfache Moduswahl und Audio-Recording
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Gut für Alltagshören ohne Komplexität
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Open-Source und plattformübergreifend
Achte darauf
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Weniger erweiterbar als SDR# oder SDR++
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Fortgeschrittene Workflows führen schneller zu externen Tools
5) GQRX (Windows-port)
Am besten für: leichte, portable Setups und schlichtes Monitoring
Unterstützte Geräte: RTL-SDR, Airspy, HackRF (abhängig vom Windows-Build)
GQRX ist ursprünglich ein Linux-Favorit, und es existieren Windows-Ports mit unterschiedlicher Reife. Wenn du einen stabilen Build nutzt, bekommst du einen minimalistischen, schnellen Receiver – ideal für Laptop-Setups, bei denen du ohne viel Overhead hören willst.
Stärken
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Leichtgewichtig und minimalistisch
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Open-Source
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Angenehmer „Portable-Rig“-Workflow
Achte darauf
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Packaging/Build-Qualität unter Windows variiert
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Kleineres Windows-Ökosystem als bei SDR# oder SDR++
6) SDR++
Am besten für: Performance, moderne Architektur, Remote/Network-Workflows
Unterstützte Geräte: RTL-SDR, Airspy, HackRF, PlutoSDR, LimeSDR und weitere
SDR++ hat sich als moderner „Daily Driver“ etabliert: schnell, effizient, sauber strukturiert und mit Fokus auf Plugins sowie Remote-/Streaming-Szenarien. Besonders auf schwächerer Hardware überzeugt es durch flüssiges Rendering bei niedriger CPU-Last.
Stärken
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Sehr gute Performance (smooth Waterfall auch auf moderaten PCs)
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Saubere Plugin-Architektur
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Stark für Remote-Betrieb und Netzwerk-Streaming
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Plattformübergreifend und aktiv entwickelt
Achte darauf
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Spezialisierte Decoder liegen oft außerhalb der App (typisch in SDR-Setups)
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Schnelle Entwicklung kann Verhalten/UI zwischen Releases verändern
Vergleichstabelle
| Software | Unterstützte Geräte | Kernfeatures | Lizenz |
|---|---|---|---|
| SDR# | RTL-SDR, Airspy, HackRF, SDRplay (indirekt) | Plugins, schnelle UI, großes Ökosystem | kostenlos (privat) |
| HDSDR | RTL-SDR, Airspy, Funcube, Soundcard-SDR | Recording/Playback, HF-Workflow | kostenlos |
| SDRangel | LimeSDR, PlutoSDR, HackRF + mehr | Modularer DSP, Multi-Channel | Open-Source |
| CubicSDR | RTL-SDR, Airspy, HackRF, SDRplay (variiert) | Clean UI, einfaches Hören, Recording | Open-Source |
| GQRX (Windows) | RTL-SDR, Airspy, HackRF (variiert) | Lightweight, minimalistisch, portabel | Open-Source |
| SDR++ | RTL-SDR, Airspy, HackRF, PlutoSDR, LimeSDR | Low-CPU, Plugins, Netzwerk-Streaming | Open-Source |
So wählst du die richtige SDR-software
1) Hardware-support und treiber-stack
Bevor du dich für eine Oberfläche entscheidest, prüfe die Unterstützung deines Geräts unter Windows.
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RTL-SDR: meist WinUSB via Zadig
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SDRplay: offizielles Treiber/API-Paket – keine alten DLLs mischen
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PlutoSDR/LimeSDR/HackRF: eigene Treiber-Stacks, zusätzliche Runtimes möglich
Wenn du TX nutzen willst, stelle sicher:
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die Hardware kann TX,
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die Software unterstützt deinen TX-Workflow,
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du bist rechtlich befugt (Lizenz/Regelwerk).
2) Feature-prioritäten aus der praxis
Überlege, was du am häufigsten machst:
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Alltags-Monitoring und Scanning: SDR# oder SDR++
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HF-Hören und DX-Sessions: HDSDR
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Experimente und Multi-Channel-DSP: SDRangel
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Einsteigerfreundlichkeit: CubicSDR
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Leichtgewichtig/portabel: GQRX (stabiler Windows-Build vorausgesetzt)
3) Community und ecosystem
Community zählt, weil SDR in der Praxis oft bedeutet:
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Gain-Staging und Overload-Probleme,
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Treiber-Besonderheiten,
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Decoder-Toolchains,
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Workflows, die mit fertigen Beispielen viel schneller laufen.
SDR# und SDR++ haben große Communities, HDSDR hat viel HF-Know-how, SDRangel ist stark bei Experimentierern.
4) Performance und stabilität unter Windows
Für Mini-PCs, ältere Laptops oder 24/7-Betrieb:
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bevorzuge effizientes FFT/Waterfall-Rendering,
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halte USB stabil,
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überlade dein Setup nicht mit experimentellen Plugins,
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trenne bei Bedarf „Receiver-UI“ und „Decoder-Pipeline“ für maximale Stabilität.
Installationstipps für SDR unter Windows
USB und treiber sauber halten
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Starte ohne Hubs, nutze direkte USB-Ports.
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Installiere den passenden Treiber einmal sauber und vermeide ständiges Wechseln.
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RTL-SDR: Zadig → WinUSB → Gerät in der App öffnen und testen.
Häufig benötigte runtimes
Viele SDR-Programme benötigen:
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Microsoft Visual C++ Redistributables
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.NET-Runtime-Komponenten
Wenn eine App startet, aber beim Öffnen des Geräts abstürzt, sind fehlende Runtimes ein häufiger Grund.
Frequenz kalibrieren und overload vermeiden
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RTL-SDR braucht oft PPM-Korrektur.
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RF-Gain nicht blind maximieren: Noise-Floor und Overload-Anzeichen beobachten.
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Mit bekannten starken Signalen testen (FM-Broadcast, ATIS/Airband, lokale Wetterkanäle wo verfügbar).
Fortgeschrittene workflows
Passive radar
Meist eine Kette aus:
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stabiler IQ-Aufzeichnung (ggf. mehrere Receiver)
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DSP-Processing (häufig GNU Radio oder eigene Pipelines)
SDRangel hilft beim komplexen Capture; GNU Radio macht oft die Hauptverarbeitung.
Radioastronomie (inkl. Wasserstofflinie)
Hier zählt Stabilität und Kalibrierung:
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konstante Gain-Einstellungen
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stabiler Oszillator/Referenz (TCXO hilft)
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lange Integrationen + Post-Processing
SDR++ eignet sich gut als Front-End; Verarbeitung läuft oft in Spezialtools.
ADS-B aircraft tracking
Ein 24/7-Setup besteht typischerweise aus:
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RTL-SDR + ADS-B-Decoder-Toolchain
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Visualisierung/Feeder nach Bedarf
Die SDR-UI dient vor allem zum Troubleshooting (Gain, Filter, PPM).
AIS marine tracking
AIS profitiert von:
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sauberer Frequenzkorrektur,
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stabilen Gain-Settings,
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zuverlässigem Audio/IQ-Feed in den Decoder.
Digital voice (DMR, P25, D-STAR)
Oft ein Multi-Tool-Workflow:
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SDR-App als Front-End
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spezialisierte Decoder und ggf. Trunking-Tools
SDRangel ist stark zum Experimentieren, externe Decoder liefern häufig die beste Endqualität.
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