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Amateurfunk Locator- und Koordinatenrechner

Dieser Online-Rechner für Funkamateure ermöglicht die Umrechnung von Maidenhead-Locatoren in geografische Koordinaten und umgekehrt. Zusätzlich lassen sich Entfernung und Peilung zwischen zwei Standorten mit hoher Genauigkeit berechnen.
Das Tool unterstützt mehrere Koordinatenformate, darunter dezimale Breiten- und Längengrade sowie Maidenhead-Gitternetzfelder. Es eignet sich ideal für Funkamateure, DX-Betrieb, Contest-Teilnehmer, Richtantennen-Ausrichtung und technische Funkplanungen.
Du kannst entweder einen einzelnen Standort zur Locator-/Koordinaten-Umrechnung eingeben oder zwei Standorte verwenden, um Großkreisentfernung, Azimut (Peilung) und Gegenpeilung zu ermitteln.

Maidenhead Locator & Coordinate Tools

Locator ↔ Coordinate Converter




Distance & Bearing Calculator





Verständnis von Maidenhead-Locatoren, geografischen Koordinaten und Funkentfernungs-Berechnungen

Was ist ein Maidenhead-Locator (Grid Square)?

Das Maidenhead-Locator-System, auch als Grid-Square-System bekannt, ist ein standardisiertes geografisches Referenzsystem, das hauptsächlich im Amateurfunk verwendet wird.
Anstelle langer numerischer Breiten- und Längengradangaben wird ein Standort durch einen kurzen alphanumerischen Code wie FN31PR oder CM87WJ beschrieben.

Die Erde ist dabei in eine Hierarchie rechteckiger Bereiche unterteilt, die jeweils durch eine feste Zeichenkombination definiert sind. Mit jedem zusätzlichen Zeichenpaar steigt die Positionsgenauigkeit. Das macht das System ideal für den Funkbetrieb, bei dem Effizienz und Eindeutigkeit entscheidend sind.

Maidenhead-Locatoren werden besonders häufig im VHF-, UHF-, Mikrowellen- und Weak-Signal-Betrieb sowie in Funkwettbewerben eingesetzt, sind aber auch im HF-Betrieb und in digitalen Log-Systemen weit verbreitet.

Warum Maidenhead-Locatoren im Amateurfunk verwendet werden

Das Locator-System löst konkrete betriebliche Probleme im Amateurfunk.

Während eines QSOs – insbesondere in Sprechfunk oder CW – ist die Übertragung langer numerischer Koordinaten langsam und fehleranfällig. Ein kurzer Locator wie FN31PR lässt sich schnell und zuverlässig austauschen, selbst bei schwachen Signalen oder starkem Rauschen.

Darüber hinaus ermöglichen Maidenhead-Locatoren eine sofortige Abschätzung von Entfernung und Peilung. Das ist essenziell für Antennenausrichtung, Contest-Wertung und Ausbreitungsanalyse. Durch die weltweite Standardisierung werden Mehrdeutigkeiten und Sprachbarrieren vermieden.

Aufbau eines Maidenhead-Locators

Ein Maidenhead-Locator besteht aus Zeichenpaaren, die jeweils einen zunehmend kleineren geografischen Bereich definieren.

Field (erste zwei Buchstaben)

Die ersten beiden Buchstaben definieren ein großes Gebiet von 20 Grad Länge und 10 Grad Breite. Die Buchstaben reichen von A bis R.
Beispiel: FN, das Teile des nordöstlichen US-Raums abdeckt.

Square (nächste zwei Ziffern)

Die folgenden zwei Ziffern unterteilen das Field in kleinere Quadrate von jeweils 2 Grad Länge und 1 Grad Breite.
Beispiel: FN31.

Subsquare (nächste zwei Buchstaben)

Die nächsten zwei Buchstaben teilen das Quadrat weiter in Subquadrate von 5 Bogenminuten Länge und 2,5 Bogenminuten Breite.
Beispiel: FN31PR, typisch für VHF- und UHF-Betrieb.

Erweiterte Genauigkeit

Optionale zusätzliche Zeichen erlauben eine noch feinere Positionsangabe, vor allem für digitale Betriebsarten, Kartendarstellungen oder technische Analysen.

Was sind geografische Koordinaten?

Geografische Koordinaten beschreiben eine Position auf der Erde mithilfe von Breiten- und Längengraden.
Der Breitengrad gibt die Entfernung nördlich oder südlich des Äquators an, der Längengrad die Entfernung östlich oder westlich des Nullmeridians.

Dieses System ist universell und bildet die Grundlage für GPS, Navigationssysteme, Kartenanwendungen und wissenschaftliche Berechnungen.

Gängige Koordinatenformate

Dezimalgrad (DD)

Beispiel (Boston, USA):
42.3601, −71.0589

Dies ist das am häufigsten verwendete Format in Software-Anwendungen, da es rechnerisch besonders einfach ist.

Grad und Minuten (DM)

Beispiel:
42° 21.606′ N, 71° 03.534′ W

Grad, Minuten und Sekunden (DMS)

Beispiel:
42° 21′ 36.4″ N, 71° 03′ 32.0″ W

Locator vs. geografische Koordinaten

Beide Systeme beschreiben denselben physischen Ort, verfolgen jedoch unterschiedliche Ziele.

Maidenhead-Locatoren sind für die Funkkommunikation optimiert: kurz, standardisiert und leicht übertragbar während QSOs und Contests.

Geografische Koordinaten sind auf Präzision und Interoperabilität ausgelegt und unverzichtbar für Kartografie, Navigation und komplexe mathematische Modelle.

In der Praxis wandeln Funkprogramme Locatoren intern in Koordinaten um, führen Berechnungen mit Breiten- und Längengraden durch und präsentieren die Ergebnisse wieder in einer für den Funkbetrieb geeigneten Form.

Wie die Umrechnung von Locator zu Koordinaten funktioniert

Bei der Umrechnung eines Locators wie FN31PR in geografische Koordinaten beginnt die Berechnung an einem globalen Referenzpunkt von −180 Grad Länge und −90 Grad Breite.

Jedes Zeichenpaar fügt einen fest definierten Winkelversatz hinzu. Mit jeder zusätzlichen Ebene wird das Gebiet kleiner und genauer.

Für Funkanwendungen wird üblicherweise der Mittelpunkt des jeweiligen Gitters verwendet, um konsistente Entfernungs- und Peilungsergebnisse zu gewährleisten.

Wie die Umrechnung von Koordinaten zu Locator funktioniert

Die Rückumrechnung startet mit Breiten- und Längengraden.

Die Koordinaten werden normiert, durch die Rastergrößen der jeweiligen Locator-Ebene geteilt und ganzzahlige Werte extrahiert. Diese Werte werden anschließend in Buchstaben oder Ziffern umgesetzt und zum finalen Locator zusammengesetzt.

Die gewünschte Genauigkeit bestimmt, ob ein 4-, 6- oder 8-stelliger Locator erzeugt wird.

Entfernungsberechnung zwischen zwei Standorten

Die Entfernung spielt im Amateurfunk eine zentrale Rolle – etwa bei Contest-Wertungen, Ausbreitungsanalysen, Link-Budget-Abschätzungen oder der Stationsplanung.

Die Berechnung erfolgt entlang der Erdoberfläche und nicht auf einer ebenen Karte, wodurch auch bei großen Distanzen eine hohe Genauigkeit erreicht wird.

Das Großkreis-Prinzip

Der kürzeste Weg zwischen zwei Punkten auf einer Kugel wird als Großkreis bezeichnet.

So verläuft die Funkstrecke zwischen FN31PR (Massachusetts) und CM87WJ (Kalifornien) entlang einer gekrümmten Linie über die Erde und nicht als Gerade auf einer Kartenprojektion.

Peilung und Azimut erklärt

Die Peilung, auch Azimut genannt, ist die Richtung von einem Standort zu einem anderen, gemessen im Uhrzeigersinn von geografisch Nord.

Befindet sich deine Station in FN31PR und die Peilung zu CM87WJ beträgt 292 Grad, sollte die Richtantenne genau in diese Richtung ausgerichtet werden.

Gegenpeilung (Reciprocal)

Die Gegenpeilung beschreibt die entgegengesetzte Richtung, aus der die Gegenstation auf dich ausrichten müsste.

Sie wird berechnet, indem zur Vorwärtspeilung 180 Grad addiert und das Ergebnis modulo 360 Grad reduziert wird.

Short Path und Long Path

Zwischen zwei Punkten auf der Erde existieren immer zwei mögliche Großkreisrouten.

Der Short Path ist die kürzere Verbindung und wird in den meisten Fällen genutzt.
Der Long Path verläuft in die entgegengesetzte Richtung um die Erde und kann unter bestimmten ionosphärischen oder Grayline-Bedingungen stärkere Signale liefern.

Das Verständnis beider Wege ermöglicht es Funkamateuren, wechselnde Ausbreitungsbedingungen gezielt zu nutzen.

Contest-bezogene Nutzung von Locator, Entfernung und Peilung

In Funkwettbewerben sind exakte Locator-Angaben entscheidend, da die Punktzahl häufig von der Entfernung abhängt.

Die meisten Contest-Logs speichern ausschließlich den Locator. Die Software wandelt diese später in Koordinaten um und berechnet die Entfernung automatisch.

Korrekte Peilungsinformationen helfen zudem, Richtantennen schnell auszurichten und so die QSO-Rate und die Gesamtpunktzahl zu steigern.

Genauigkeit und Zuverlässigkeit der Berechnungen

Schon kleine Fehler bei der Locator-Dekodierung können über große Entfernungen erhebliche Peilungsabweichungen verursachen.

Dieses Tool verwendet standardisierte Gitterdefinitionen und sphärische Geometrie. Alle Berechnungen erfolgen lokal im Browser, ohne externe Dienste oder Online-Abfragen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Welche Locator-Genauigkeit sollte ich verwenden?
Für HF sind 4-stellige Locatoren meist ausreichend. Für VHF/UHF und Contests werden 6-stellige Locatoren empfohlen.

Warum wird der Mittelpunkt des Gitters verwendet?
Der Mittelpunkt liefert einen konsistenten Referenzpunkt und vermeidet Verzerrungen an den Gitterrändern.

Wird die Entfernung auf einer flachen Karte berechnet?
Nein. Es wird die Großkreisgeometrie verwendet, um die Erdkrümmung korrekt zu berücksichtigen.

Gibt es einen Unterschied zwischen Peilung und Azimut?
In diesem Zusammenhang nicht. Beide bezeichnen die Richtung relativ zu geografisch Nord.

Warum rufen Stationen manchmal über Long Path?
Weil Ausbreitungsbedingungen den längeren Weg begünstigen können und dadurch stärkere Signale entstehen.

Das Verständnis von Maidenhead-Locatoren, geografischen Koordinaten und Funkentfernungs-Berechnungen ist für den modernen Amateurfunkbetrieb essenziell. Diese Systeme verbinden effiziente On-Air-Kommunikation mit präziser mathematischer Modellierung und ermöglichen fundierte Planung, exakte Antennenausrichtung, realistische Ausbreitungsanalysen und erfolgreiches Contesting.



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