Xiegu G90 vs Yaesu FT-891 – Vergleich für sota- und pota-betrieb
Der Xiegu G90 und der Yaesu FT-891 zählen zu den meistdiskutierten Kurzwellentransceivern, wenn es um portablen Amateurfunk im Rahmen von SOTA (Summits On The Air) und POTA (Parks On The Air) geht. Beide Geräte decken den gleichen Frequenzbereich ab, verfolgen jedoch völlig unterschiedliche technische und operative Konzepte.
Dieser Vergleich betrachtet die Geräte konsequent aus Praxis- und Feldsicht: Akkubetrieb, reale Antennen, begrenzte Aufbauzeit und wechselnde Ausbreitungsbedingungen. Technische Daten werden eingeordnet, ergänzt durch anonymisierte Erfahrungsberichte aktiver SOTA- und POTA-Operatoren.
Gerätekonzept und einsatzphilosophie
Der Xiegu G90 ist als kompakter, halb-SDR-basierter Transceiver konzipiert, der gezielt die Lücke zwischen klassischem QRP und voller Leistung schließt. Mit maximal 20 W richtet er sich an portable Operatoren, die Effizienz und Flexibilität priorisieren.
Der Yaesu FT-891 hingegen ist technisch ein vollwertiges Mobil-/Stationsgerät, das auf Portabilität reduziert wurde. Die Priorität liegt klar auf 100 W Ausgangsleistung, hoher Empfängerqualität und Langzeitstabilität – auch auf Kosten von Gewicht und Strombedarf.
Kurz zusammengefasst:
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G90: Portabel-orientiert, energieeffizient
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FT-891: Leistungsorientiert, robust
Technische grunddaten im vergleich
| Merkmal | Xiegu G90 | Yaesu FT-891 |
|---|---|---|
| Frequenzbereich | HF + 6 m | HF + 6 m |
| Max. Sendeleistung | 20 W | 100 W |
| Architektur | SDR-basiert | Superhet + DSP |
| RX-Stromaufnahme | gering | mittel |
| TX-Stromaufnahme | niedrig–mittel | hoch |
| Gewicht | ca. 1,4 kg | ca. 1,9 kg |
| Antennentuner | intern | extern (optional) |
| Kühlung | passiv / leiser Lüfter | aktiver Lüfter |
| Marktpreis | günstiger ( Aktuelle Angebote für den Xiegu G90 bei Radioddity ansehen ) (oder bei AliExpress) | höher |
Bereits hier zeigt sich der zentrale Zielkonflikt: Akkulaufzeit vs. Durchsetzungsfähigkeit im Band.
Sendeleistung in realen sota- und pota-szenarien
Der Unterschied zwischen 20 W und 100 W wirkt auf dem Papier dramatisch. In der Praxis ist er stark abhängig von Betriebsart, Antenne und QSO-Dichte.
Typische anonyme Rückmeldungen:
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CW und digitale Modi: 20 W sind meist völlig ausreichend.
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SSB: Hier bringt der FT-891 einen klaren Vorteil, besonders bei ineffizienten Antennen oder schwacher Ausbreitung.
Ein häufig beobachteter Effekt:
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Mit 100 W entstehen schneller QSOs, die Aktivierung ist kürzer.
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Trotz höherem Stromverbrauch kann der Gesamtenergiebedarf pro Aktivierung vergleichbar oder sogar geringer sein.
Empfängerqualität und störfestigkeit
In dichten HF-Segmenten entscheidet oft der Empfänger.
Der FT-891 überzeugt durch:
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sehr sauberen Frontend-Aufbau
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hohe Großsignalfestigkeit
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effektive DSP-Filter bei QRM
Der G90 bietet:
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ordentliche Empfindlichkeit
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brauchbare DSP-Funktionen
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jedoch geringere Reserve bei starken Nachbarkanälen
Für ruhige SOTA-Gipfel ist das meist irrelevant, bei stark frequentierten POTA-Parks hingegen deutlich spürbar.
Antennentuner: integriert vs extern
Ein wesentlicher Praxisvorteil des G90 ist der integrierte Antennentuner.
Konsequenzen im Feld:
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schneller Aufbau
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weniger Zusatzgeräte
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hohe Toleranz gegenüber EFHW- oder Random-Wire-Antennen
Der FT-891 benötigt:
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resonante Antennen oder
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einen externen Tuner (Gewicht + Verkabelung)
Gleichzeitig gilt:
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Der FT-891 belohnt saubere Antennensysteme deutlich stärker.
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Schlechte Anpassung verschenkt seinen Leistungsvorteil.
Stromversorgung und akkubetrieb
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Der G90 arbeitet stabil zwischen 12–13,8 V.
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Der FT-891 entfaltet seine volle Leistung erst nahe 13,8 V.
In der Praxis:
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LiFePO₄-Akkus liefern dem G90 fast konstant volle Leistung.
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Beim FT-891 sinkt die Ausgangsleistung unterhalb von ~13 V sichtbar.
Viele portable FT-891-Nutzer arbeiten daher bewusst mit 40–50 W als realistischem Kompromiss.
Wärmeentwicklung und betriebslast
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G90: geringe Abwärme, leiser Betrieb
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FT-891: deutlich höhere Wärmeentwicklung bei hoher Leistung
Anonyme Erfahrungswerte:
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Lüfter des FT-891 ist hörbar, aber effektiv
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keine nennenswerten thermischen Probleme bei guter Belüftung
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bei digitalen Dauerträgern wird Leistungsreduktion empfohlen
Bedienung und ergonomie im feld
G90
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kompakte Front
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kleines Display
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Spektrumdarstellung hilfreich beim Bandsuchen
FT-891
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größere Anzeige
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bessere Tastenhaptik
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menülogik für mobiles Arbeiten optimiert
Mit Handschuhen oder bei Kälte wird der FT-891 klar bevorzugt.
Zuverlässigkeit und langlebigkeit
Yaesu zeigt hier klassische Stärken:
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hohe mechanische Stabilität
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langlebige Bedienelemente
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bewährte Serientechnik
Der G90 gilt als zuverlässig, wird jedoch:
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als weniger robust wahrgenommen
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eher als „funktional“ denn als „unkaputtbar“ eingestuft
Für häufige Aktivierer kann das entscheidend sein.
Anonymisierte meinungen aus der praxis
Zum Xiegu G90
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„Der eingebaute Tuner ist Gold wert.“
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„Ideal für leichtes Gepäck.“
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„Empfänger okay, aber kein High-End.“
Zum Yaesu FT-891
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„SSB fühlt sich unfair an.“
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„Schwer, aber kompromisslos.“
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„50 W ist der Sweet Spot.“
Auffällig: Viele erfahrene Operatoren besitzen beide Geräte für unterschiedliche Einsatzzwecke.
Welche funke für welchen stil
Xiegu G90 wählen, wenn
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Gewicht und Einfachheit zählen
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Drahtantennen dominieren
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CW, FT8 oder entspannte SSB-QSOs im Fokus stehen
Yaesu FT-891 wählen, wenn
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SSB im Vordergrund steht
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schnelle Aktivierungen gewünscht sind
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zusätzliche Akkukapazität akzeptiert wird
Praxisfazit
Aus SOTA- und POTA-Sicht geht es nicht um „besser oder schlechter“, sondern um Betriebskonzept.
Der G90 steht für Effizienz, Flexibilität und minimale Infrastruktur.
Der FT-891 steht für Signalstärke, Empfängerqualität und Robustheit.
Beide Geräte sind im portablen Einsatz bewährt – die richtige Wahl hängt davon ab, wie kompromissbereit man bei Gewicht, Leistung und Aufbauaufwand ist.
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