DS N°8 im Test: Französisches Elektro-Flaggschiff mit 750 km WLTP-Reichweite
Der DS N°8 ist eines der ambitioniertesten Elektroautos, die Frankreich in den letzten Jahren hervorgebracht hat. Er ist nicht einfach ein weiteres batterieelektrisches Fahrzeug mit Premium-Anspruch, sondern ein Modell, mit dem DS Automobiles seine Rolle als eigenständige Luxusmarke innerhalb des Stellantis-Konzerns klarer definieren will.
Auf dem Papier wirkt das Konzept sehr stark: markantes Design, große Batterie, bis zu 750 Kilometer WLTP-Reichweite, gehobener Innenraum, viel Komfortausstattung und der Anspruch, die klassische französische Langstrecken-Eleganz in das Elektrozeitalter zu übertragen. Dazu kommt eine symbolische Aufladung: Eine gepanzerte Version des DS N°8 wurde in die Fahrzeugflotte des französischen Präsidenten Emmanuel Macron aufgenommen. Für ein neues Elektroauto ist das eine außergewöhnlich prominente Bühne.
Doch ein elektrisches Flaggschiff muss mehr können, als gut auszusehen und große Zahlen in den Prospekt zu schreiben. Im Alltag zählen Autobahntempo, Außentemperatur, Fahrzeuggewicht, Ladeleistung, Verbrauch und die Frage, wie weit man zwischen zwei Ladestopps tatsächlich kommt. Genau deshalb ist der DS N°8 Long Range besonders interessant. Er verspricht eine enorme Reichweite, zeigt in der Praxis aber auch sehr deutlich, wie groß der Unterschied zwischen Normwert und realer Nutzung sein kann.
Ein französisches elektroauto mit historischer last
Der Name DS hat in Frankreich eine besondere Bedeutung. Der ursprüngliche Citroën DS war nicht nur ein Auto, sondern ein technisches und kulturelles Symbol. Die Bezeichnung wurde häufig mit dem französischen Wort „déesse“ in Verbindung gebracht, also „Göttin“. In den 1960er- und 1970er-Jahren galt die große DS als repräsentatives Fahrzeug für Staat, Elite und gehobene Langstreckenmobilität.
Die heutige Marke DS Automobiles ist nicht einfach eine Fortsetzung des alten Citroën DS. Sie entstand zunächst aus besonders hochwertig positionierten Citroën-Modellen und wurde 2015 als eigenständige Premiummarke etabliert. Heute gehört DS zum Stellantis-Konzern und nutzt damit Plattformen, Antriebstechnik und Elektronik aus einem großen Industriebaukasten.
Das ist zugleich Vorteil und Herausforderung. Einerseits kann DS moderne Elektrotechnik aus dem Konzernverbund nutzen. Andererseits muss die Marke beweisen, dass sie mehr bietet als Peugeot, Opel, Citroën oder andere Stellantis-Modelle mit ähnlicher technischer Basis. Genau hier soll der DS N°8 ansetzen.
Er soll nicht nur ein weiteres großes Elektroauto sein. Er soll zeigen, dass französischer Premiumanspruch auch im batterieelektrischen Zeitalter funktionieren kann: weniger kühl als viele deutsche Wettbewerber, weniger minimalistisch als Tesla, stärker auf Komfort, Materialwirkung und eigenständige Formensprache ausgerichtet.
Kein klassischer sedan, kein gewöhnliches suv
Obwohl der DS N°8 oft als Limousine beschrieben wird, ist seine Karosserieform schwerer einzuordnen. Er basiert auf der STLA Medium Plattform und besitzt eine flache, elegant abfallende Fastback-Silhouette. Klassische Stufenheck-Proportionen sucht man hier vergeblich. Gleichzeitig ist er auch kein typisches SUV, obwohl seine Größe, seine hohe Präsenz und seine praktische Nutzbarkeit in diese Richtung weisen.
Mit einer Länge von rund 4,82 Metern ist der DS N°8 ein großes Fahrzeug. Er wirkt gestreckt, breit und repräsentativ, aber nicht konservativ. Die Dachlinie fällt fließend nach hinten ab, was dem Fahrzeug einen coupéartigen Charakter gibt. Das ist nicht nur eine Designentscheidung, sondern auch aerodynamisch relevant. Bei Elektroautos entscheidet der Luftwiderstand stark darüber, wie weit eine Kilowattstunde Energie trägt.
Die Form hilft also beim Reichweitenversprechen. Gleichzeitig hat sie ihren Preis. Im Fond ist die Kopffreiheit nicht so großzügig, wie man es bei einem fast fünf Meter langen Flaggschiff erwarten könnte. Größere Passagiere werden merken, dass die elegante Dachlinie Raum kostet. Das ist ein typischer Zielkonflikt moderner Elektro-Fastbacks: Sie sehen dynamischer aus und schneiden besser durch die Luft, bieten aber nicht immer das Raumgefühl einer klassischen Oberklasse-Limousine.
DS versucht diesen Nachteil durch hohen Sitzkomfort auszugleichen. Die hinteren Sitzlehnen lassen sich neigen, was auf langen Strecken spürbar angenehmer ist. Dennoch bleibt der DS N°8 im Fond eher ein komfortabler Gran Turismo als eine echte Chauffeur-Limousine.
Viel platz im kofferraum
Deutlich stärker zeigt sich der DS N°8 beim Ladevolumen. Der Kofferraum fasst 620 Liter in Normalstellung und wächst bei umgelegten Rücksitzlehnen auf bis zu 1.553 Liter. Für ein großes elektrisches Fastback ist das ein sehr guter Wert.
Besonders auffällig ist die Tiefe des Gepäckraums. Zwischen Ladekante und Rücksitzlehne steht eine lange, gut nutzbare Ladefläche zur Verfügung. Das macht den DS N°8 nicht nur für Reisetaschen oder Koffer interessant, sondern auch für größere Alltagsgegenstände, Sportausrüstung, Kinderwagen oder längere Gepäckstücke.
Unter dem Ladeboden gibt es zusätzlichen Stauraum, der sich gut für Ladekabel, Warnwesten, kleinere Taschen oder Zubehör eignet. Das ist im Elektroauto besonders sinnvoll, weil Kabel nicht immer lose im Hauptkofferraum liegen sollten. Auch die im Verhältnis 40:20:40 umklappbare Rücksitzlehne erhöht die Alltagstauglichkeit. Lange Gegenstände können transportiert werden, ohne beide äußeren Fondsitze aufgeben zu müssen.
Dazu kommt eine Nutzlast von bis zu etwa einer halben Tonne. Damit ist der DS N°8 nicht nur ein stilistisch auffälliges Elektroauto, sondern tatsächlich ein brauchbares Reise- und Familienfahrzeug. Viele Premium-Elektroautos sehen eindrucksvoll aus, verlieren aber im Alltag durch ungünstige Kofferraumformen, hohe Ladekanten oder knappe Nutzlast. Der DS N°8 macht diesen Fehler nicht.
Der innenraum ist die stärkste disziplin
Der Innenraum ist der Bereich, in dem DS seine Eigenständigkeit am überzeugendsten ausspielen kann. Der N°8 versucht nicht, deutsche Sachlichkeit oder Tesla-Minimalismus zu kopieren. Stattdessen setzt er auf Struktur, Licht, geometrische Formen, ungewöhnliche Oberflächen und eine bewusst dekorative Atmosphäre.
DS arbeitet seit Jahren mit rautenartigen Mustern, aufwendig gestalteten Nähten, skulpturalen Bedienelementen und einer gewissen französischen Theatralik. Im DS N°8 passt diese Linie gut zum Anspruch des Fahrzeugs. Der Innenraum wirkt weniger wie ein digitales Gerät auf Rädern und mehr wie ein bewusst gestalteter Reiseraum.
Praktische Ablagen fehlen dabei nicht. Große Türtaschen, Stauräume in der schwebend wirkenden Mittelkonsole und eine sauber integrierte induktive Ladeschale für das Smartphone machen den vorderen Innenraum alltagstauglich. Die mit Alcantara bezogene Ladefläche wirkt hochwertiger als die vielen harten Kunststoffschalen, die man in anderen Fahrzeugen findet.
Die Sitze sind ein weiterer Pluspunkt. Fahrer und Beifahrer sitzen auf großzügig gepolsterten Komfortsitzen, die je nach Ausstattung aufblasbare Seitenwangen bieten. Auch eine Nackenheizung in den Kopfstützen ist verfügbar. Gerade bei Elektroautos ist punktuelle Wärme ein sinnvoller Komfortansatz, weil sie den Energiebedarf für die komplette Innenraumheizung reduzieren kann.
Auch hinten bietet der DS N°8 bequeme Sitze. Die verstellbare Rückenlehne macht lange Fahrten angenehmer und passt gut zum Charakter des Autos. Der N°8 will nicht sportlich hart wirken, sondern entspannt, leise und gediegen.
Physische tasten sind ein echter vorteil
Eine der angenehmsten Entscheidungen im DS N°8 ist der Verzicht auf übertriebene Touchscreen-Abhängigkeit. Viele neue Fahrzeuge verstecken inzwischen selbst einfache Funktionen in Menüs, Touchleisten oder kapazitiven Bedienflächen. Das sieht auf Fotos modern aus, ist während der Fahrt aber oft umständlich und sicherheitstechnisch fragwürdig.
Der DS N°8 behält für zahlreiche wichtige Funktionen echte Tasten bei. Das ist kein altmodisches Detail, sondern ein praktischer Vorteil. Wer ein Auto regelmäßig fährt, entwickelt Muskelgedächtnis. Häufig genutzte Funktionen lassen sich dann bedienen, ohne dass der Blick lange von der Straße genommen werden muss.
Gerade in einem Langstreckenfahrzeug ist das entscheidend. Klimatisierung, Scheibenentfrostung, Fahrprogramme, Lautstärke oder Assistenzsysteme sollten nicht erst nach mehreren Displayberührungen erreichbar sein. Gute Ergonomie ist ein Teil von Luxus. Ein Auto fühlt sich nicht nur dann hochwertig an, wenn die Materialien teuer wirken, sondern auch dann, wenn es den Fahrer nicht unnötig ablenkt.
Ganz perfekt ist der Innenraum trotzdem nicht. An einigen Stellen finden sich Kunststoffflächen, die etwas zu schlicht wirken. Bei einem Elektroauto in dieser Preisklasse fallen solche Details stärker auf. Wer mehr als 60.000 Euro ausgibt, erwartet ein konsequent hohes Qualitätsniveau, nicht nur an den sichtbaren Hauptflächen.
Die long range version setzt auf große batterie und moderate leistung
Die aus Reichweitensicht spannendste Version ist der DS N°8 FWD Long Range. Diese Variante nutzt eine große Lithium-Ionen-Batterie mit 97,2 kWh nutzbarer Kapazität und einen einzelnen Elektromotor an der Vorderachse. Die Leistung liegt bei rund 180 kW, also etwa 245 PS.
Für sich genommen klingt das ordentlich. In einem großen Elektro-Flaggschiff mit etwa 2,2 Tonnen Leergewicht ist es allerdings keine sportliche Ansage. Der Sprint von 0 auf 100 km/h dauert rund 8,3 Sekunden. Das reicht im Alltag völlig aus, wirkt aber nicht spektakulär.
Das muss kein Nachteil sein. Die Long Range Version ist nicht als Performance-Modell gedacht. Sie soll effizient, ruhig und langstreckentauglich sein. Der Frontantrieb mit nur einem Motor spart Gewicht, reduziert technische Komplexität und hilft beim Verbrauch. Genau deshalb kann diese Version den höchsten offiziellen Reichweitenwert erreichen.
Wer mehr Leistung möchte, kann zur zweimotorigen Allradversion greifen. Der DS N°8 AWD Long Range leistet rund 350 PS und beschleunigt deutlich kräftiger, in etwa 5,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Dafür steigt der Preis, und die maximale Reichweite fällt niedriger aus.
Preislich bewegt sich der DS N°8 klar im Premiumsegment. Der FWD Long Range liegt in Europa häufig ungefähr im Bereich von 62.000 bis 63.000 Euro, was je nach Wechselkurs etwa 72.000 bis 73.000 US-Dollar entspricht. Die stärkere AWD-Long-Range-Version kann je nach Markt bei rund 75.000 Euro beginnen, also grob bei 87.000 US-Dollar. Die Dollarangaben sind Näherungswerte und dienen nur als internationale Orientierung.
Das große versprechen: 750 kilometer reichweite
Die auffälligste Zahl im Datenblatt ist die WLTP-Reichweite von bis zu 750 Kilometern. Das ist ein sehr starker Wert und platziert den DS N°8 unter den reichweitenstärkeren Elektroautos des europäischen Marktes.
Für viele Käufer ist eine solche Zahl psychologisch wichtig. Sie reduziert Reichweitenangst und vermittelt den Eindruck, dass lange Reisen ohne häufige Ladestopps möglich sind. Wer bisher einen Diesel oder einen großen Benziner gefahren ist, achtet bei einem Elektroauto besonders auf solche Angaben.
Doch der WLTP-Wert ist kein Alltagsversprechen. Er ist ein standardisierter Vergleichswert unter definierten Bedingungen. Er eignet sich gut, um Fahrzeuge miteinander zu vergleichen, aber er bildet nicht jede reale Fahrsituation ab. Elektroautos reagieren besonders empfindlich auf Geschwindigkeit, Temperatur, Wind, Topografie, Reifen, Heizung, Klimaanlage und Fahrstil.
Der DS N°8 Long Range zeigt diesen Unterschied sehr deutlich. Bei einem Verbrauch von etwa 22,9 kWh pro 100 Kilometer ergibt sich im Alltag eine realistische Reichweite von ungefähr 420 bis 450 Kilometern, insbesondere bei kühleren Bedingungen oder gemischter Nutzung. Das ist keineswegs schlecht. Für ein großes, komfortorientiertes Elektroauto ist es ein brauchbarer Wert. Aber es ist weit entfernt von 750 Kilometern.
Bei sehr ruhiger Fahrweise, moderatem Tempo und günstiger Temperatur kann der Verbrauch deutlich sinken. Werte um 17,3 kWh pro 100 Kilometer sind möglich, wenn der Fahrer zurückhaltend unterwegs ist. Dann rückt eine Reichweite von über 500 Kilometern in greifbare Nähe. Die volle WLTP-Angabe bleibt im normalen Alltag aber schwer erreichbar.
Warum der unterschied zwischen WLTP und realität wichtig ist
Der Unterschied zwischen offizieller Reichweite und Praxisreichweite ist kein spezielles DS-Problem. Jedes Elektroauto zeigt eine Abweichung zwischen Normzyklus und realer Nutzung. Entscheidend ist, wie groß diese Abweichung wirkt und welche Erwartung der Hersteller beim Käufer erzeugt.
Eine beworbene Reichweite von 750 Kilometern klingt nach großer Freiheit. Viele Käufer könnten daraus ableiten, dass das Auto auch bei zügiger Autobahnfahrt oder im Winter extrem weit kommt. Genau hier entsteht Enttäuschungspotenzial.
Realistischer ist eine andere Einordnung: Der DS N°8 Long Range ist kein 750-Kilometer-Alltagsauto unter allen Bedingungen, sondern ein sehr langstreckentaugliches Elektroauto, das in vielen realen Szenarien etwa 450 bis 550 Kilometer schaffen kann. Das ist immer noch stark. Für viele Urlaubsfahrten, Dienstreisen und Pendelprofile reicht das völlig aus.
Der Unterschied liegt in der Kommunikation. Wer den DS N°8 kauft, sollte den WLTP-Wert als Idealwert verstehen, nicht als garantierte Autobahnreichweite. Dann bleibt das Auto überzeugend. Wer dagegen erwartet, regelmäßig 700 Kilometer mit hohem Tempo zwischen zwei Ladestopps zu fahren, wird wahrscheinlich enttäuscht.
Für Kaufberatung und Suchmaschinenoptimierung ist deshalb nicht nur die Frage „Hat der DS N°8 750 km Reichweite?“ wichtig. Viel relevanter ist: Welche Reichweite schafft der DS N°8 im Alltag wirklich?
Der verbrauch ist ordentlich, aber nicht sensationell
Ein Praxisverbrauch von 22,9 kWh pro 100 Kilometer ist für ein großes, schweres Premium-Elektroauto akzeptabel. Er ist nicht sensationell niedrig, aber auch nicht problematisch hoch. Die Fahrzeugmasse, große Räder, Komfortausstattung und die Dimensionen des Autos wirken gegen extreme Effizienz.
Interessanter ist der niedrigere Verbrauchswert bei ruhiger Fahrweise. Wenn der DS N°8 mit rund 17,3 kWh pro 100 Kilometer bewegt werden kann, zeigt das, dass Aerodynamik, Antriebsabstimmung und Einmotor-Konzept durchaus effizient arbeiten können. Das Auto belohnt gelassenes Fahren.
Das passt zum Charakter des DS N°8. Er ist kein Elektroauto, das zum permanenten Beschleunigen verleitet. Er wirkt stimmiger, wenn man ihn gleichmäßig, leise und vorausschauend bewegt. Dann kann die große Batterie ihre Stärke ausspielen.
Die physikalischen Grenzen bleiben dennoch bestehen. Bei hohem Autobahntempo steigt der Luftwiderstand stark. Bei Kälte benötigt die Batterie mehr thermische Konditionierung, und die Innenraumheizung zieht zusätzliche Energie. Bei häufiger starker Beschleunigung wird das hohe Gewicht spürbar. Der DS N°8 kann effizient sein, aber er kann die Grundregeln der Elektromobilität nicht außer Kraft setzen.
Fahrcharakter: komfort vor sportlichkeit
Der DS N°8 ist kein klassisches Fahrerauto. Er will kein elektrischer Sport-Sedan sein, sondern ein komfortorientiertes Flaggschiff. Seine Stärken liegen in Ruhe, Sitzkomfort, Geräuschdämmung, entspannter Leistungsentfaltung und langstreckentauglichem Fahrgefühl.
Die einmotorige Long Range Version unterstreicht diesen Charakter. Die Leistungsabgabe ist weich, kontrolliert und ausreichend. Wer häufig stark beschleunigt oder auf nasser Fahrbahn maximale Traktion erwartet, wird mit der Allradversion besser bedient sein. Für den normalen Alltag reicht der Frontantrieb aber aus.
Das Fahrverhalten passt zu einem Auto, das eher als elektrischer Gran Turismo denn als Sportlimousine verstanden werden sollte. Der DS N°8 lädt nicht dazu ein, Kurven aggressiv anzugreifen. Er möchte Distanzen verkürzen, nicht Rundenzeiten senken.
Gerade deshalb kann die Long Range Version die sinnvollere Wahl sein. Sie konzentriert sich auf das, was der DS N°8 am besten kann: komfortabel reisen, Energie sparen und eine gehobene Atmosphäre bieten. Die AWD-Version ist schneller, aber Geschwindigkeit ist nicht unbedingt der Kern eines französischen Luxus-Elektroautos.
Laden und langstreckentauglichkeit
Reichweite allein entscheidet nicht über die Qualität eines Elektroautos auf langen Strecken. Ladeleistung, Ladekurve, Routenplanung und Energieverbrauch sind mindestens genauso wichtig. Ein Auto mit riesiger Batterie und schwacher Ladeleistung kann auf langen Reisen weniger praktisch sein als ein Auto mit etwas kleinerem Akku, aber sehr schneller und stabiler Ladefähigkeit.
Der DS N°8 unterstützt DC-Schnellladen mit einer Spitzenleistung von rund 160 kW. Das ist brauchbar, aber nicht Klassenbestwert. Einige Wettbewerber mit 800-Volt-Technik laden schneller. Entscheidend ist allerdings nicht nur die maximale Leistung, sondern wie lange das Auto eine hohe Ladeleistung halten kann.
Für den Alltag ist die große Batterie weniger problematisch, wenn zu Hause oder am Arbeitsplatz geladen werden kann. Mit einer Wallbox lässt sich der DS N°8 bequem über Nacht laden. Ein 11-kW-Onboard-Lader reicht für die meisten Nutzer aus. Je nach Markt und Ausstattung können schnellere AC-Ladelösungen zusätzliche Flexibilität bieten.
Der DS N°8 passt daher am besten zu Fahrern, die regelmäßig zu Hause oder im Betrieb laden können und öffentliche Schnelllader hauptsächlich auf Reisen nutzen. Das gilt für viele große Elektroautos, ist bei einem Premiumfahrzeug aber besonders wichtig, weil Käufer in dieser Klasse hohe Alltagserwartungen haben.
Preispositionierung: premium mit französischem profil
Mit Preisen im Bereich von etwa 62.000 bis 63.000 Euro für den FWD Long Range und rund 75.000 Euro für stärkere Ausführungen bewegt sich der DS N°8 in einem anspruchsvollen Marktumfeld. In US-Dollar entspricht das grob 72.000 bis 73.000 Dollar beziehungsweise etwa 87.000 Dollar, abhängig vom Wechselkurs.
Damit konkurriert der DS N°8 nicht nur mit gewöhnlichen Elektroautos, sondern mit etablierten Premium-Modellen. Potenzielle Käufer werden ihn je nach Markt mit Fahrzeugen wie Tesla Model Y Long Range, Tesla Model 3 Long Range, Volkswagen ID.7, BMW i4, BMW i5, Mercedes EQE, Audi Q6 e-tron, Polestar 4, Hyundai Ioniq 6 oder Kia EV6 vergleichen.
Gegen diese Konkurrenz gewinnt DS nicht automatisch über Markenprestige. Mercedes, BMW und Audi haben im Premiumsegment mehr Tradition. Tesla punktet mit Software, Effizienz und Ladeinfrastruktur. Hyundai und Kia bieten oft starke Technik zu aggressiveren Preisen.
DS muss also anders überzeugen: über Design, Komfort, Innenraumambiente, Individualität und eine eigenständige Interpretation von Luxus. Das kann funktionieren, denn nicht jeder Käufer möchte die naheliegendste deutsche oder amerikanische Wahl. Aber der Preis macht die Aufgabe anspruchsvoll. In dieser Klasse werden Materialqualität, Infotainment, Ladeleistung, Fahrkomfort, Assistenzsysteme und Restwert besonders kritisch betrachtet.
Die stärksten argumente für den DS N°8
Der größte Reiz des DS N°8 liegt in seiner Mischung aus Komfort, Reichweite, Design und Andersartigkeit. Er sieht nicht aus wie ein beliebiger Elektro-Crossover. Er wirkt eigenständiger als viele glattgezogene Wettbewerber, die sich in Form und Innenraumkonzept immer stärker ähneln.
Der Innenraum ist ein echtes Verkaufsargument. Er bietet mehr Atmosphäre als viele minimalistische Elektroautos und vermittelt eher den Eindruck eines gestalteten Reisesalons. Die Sitze sind bequem, der Kofferraum ist groß, und die Long Range Version bietet genügend Reichweite für ernsthafte Langstrecken.
Auch die Tatsache, dass DS nicht versucht, deutsche Premiumkonventionen eins zu eins nachzuahmen, ist positiv. Der N°8 hat eine eigene Designsprache. Ob man diese mag, ist Geschmackssache. Aber sie ist erkennbar.
Für Käufer, die ein Elektroauto mit Charakter suchen, ist das wichtig. Viele neue EVs sind technisch gut, aber emotional austauschbar. Der DS N°8 versucht, genau diese Austauschbarkeit zu vermeiden.
Die wichtigsten schwächen
Die auffälligste Schwäche ist der Abstand zwischen der beworbenen WLTP-Reichweite und der tatsächlichen Praxisreichweite. Noch einmal: Das ist kein exklusives DS-Problem. Aber bei einer Zahl von 750 Kilometern ist die Erwartung besonders hoch.
Der zweite Punkt ist das Gewicht. Rund 2,2 Tonnen lassen sich nicht wegdiskutieren. Sie beeinflussen Verbrauch, Fahrgefühl, Bremsen, Reifenverschleiß und Agilität. Die Long Range Version wirkt souverän, aber nicht leichtfüßig.
Der dritte Punkt ist die Preisposition. Für über 60.000 Euro tritt DS gegen Marken an, die im Premiumsegment stärker etabliert sind. Das Auto muss deshalb nicht nur gut sein, sondern in bestimmten Punkten bewusst besser oder interessanter wirken.
Außerdem könnten einige Innenraummaterialien hochwertiger sein. Wenn ein Fahrzeug mit Luxusanspruch auftritt, fallen einfache Kunststoffe stärker auf. Der DS N°8 hat viele schöne Details, aber nicht jede Oberfläche erreicht denselben Eindruck.
Für wen eignet sich der DS N°8?
Der DS N°8 Long Range eignet sich vor allem für Fahrer, die Komfort, Stil und Reichweite höher bewerten als maximale Performance. Er ist ein Auto für Menschen, die leise und entspannt reisen möchten, viel Gepäckraum brauchen und ein Fahrzeug suchen, das nicht an jeder Ecke steht.
Er passt zu Käufern, die überwiegend in Europa unterwegs sind, Zugang zu einer privaten oder betrieblichen Lademöglichkeit haben und ein Premium-Elektroauto mit weicherem, eleganterem Charakter suchen. Auch wer französisches Design schätzt und bewusst nicht zum deutschen Standardangebot greifen möchte, findet hier eine interessante Alternative.
Weniger geeignet ist der DS N°8 für Fahrer, die die höchste Schnellladeleistung, das sportlichste Fahrverhalten, den niedrigsten Preis, das stärkste Markenimage oder die beste Übereinstimmung zwischen WLTP-Wert und Autobahnrealität erwarten. Für diese Zielgruppen gibt es rationalere Alternativen.
Der N°8 ist kein rein rationales Auto. Er ist ein Komfort- und Designstatement. Genau darin liegt seine Stärke, aber auch sein Risiko.
Urteil: starkes elektro-flaggschiff, aber kein 750-kilometer-wunder
Der DS N°8 Long Range ist ein ernstzunehmendes elektrisches Flaggschiff. Er bietet eine große Batterie, eine elegante Fastback-Karosserie, einen sehr praktischen Kofferraum, einen komfortablen Innenraum und eine klare französische Premiumidentität. Bei ruhiger Fahrweise kann er eine beachtliche reale Reichweite erzielen.
Die beworbenen 750 Kilometer WLTP-Reichweite sollten jedoch nicht als normale Alltagsreichweite verstanden werden. In gemischter Nutzung, bei kühlem Wetter oder bei höherem Autobahntempo liegt die praktische Reichweite deutlich niedriger. Rund 450 Kilometer sind unter weniger günstigen Bedingungen realistischer, während zurückhaltende Fahrweise den Wert spürbar erhöhen kann.
Das macht den DS N°8 nicht zu einem schlechten Elektroauto. Im Gegenteil: Er ist langstreckentauglich, komfortabel und eigenständig. Aber Käufer sollten wissen, was sie erwarten dürfen. Der N°8 ist kein physikalisches Wunder, sondern ein großes, schweres, luxuriöses Elektroauto, das seine besten Seiten bei ruhigem, gleichmäßigem Fahren zeigt.
Für DS Automobiles ist der N°8 ein wichtiges und glaubwürdiges Flaggschiff. Für Käufer ist er eine interessante Alternative zu den üblichen Premium-Elektroautos. Man sollte ihn aber nicht kaufen, weil man jeden Tag 750 Kilometer Reichweite erwartet. Man sollte ihn kaufen, wenn man einen besonderen französischen Elektro-Gran-Turismo mit Komfort, Charakter und ausreichend echter Langstreckenreichweite sucht.
Die in diesem Beitrag verwendeten Bilder stammen entweder aus KI-generierter Quelle oder von lizenzfreien Plattformen wie Pixabay oder Pexels.
Dieser Artikel kann Affiliate-Links enthalten...
Get the weekly RF & IT briefing
Radio guides, RF calculators, AI, Windows, Linux and satellite communication explainers. One useful email per week. No spam.


